|
|
BERGBESTATTUNGEN Die Asche wird am Gipfel eines markanten Berges, auf einer hochalpinen Scharte oder auf einem eindrucksvollen Grat verstreut. Für Bergsteiger bieten wir die Möglichkeit, die Asche auch an einer berühmten Route zu verstreuen (z.B. an der Heckmayr-Führe durch die Eiger Nodwand). Unsere "Plätze für die Ewigkeit" sind dabei nicht nur auf die Alpen beschränkt. Wir führen Bergbestattungen auch in Spanien, Peru, Chile, Hawaii und an vielen anderen Orten der Erde durch. Reportage einer Bergbestattung, August 2008 ASCHE IM SCHNNEE, SCHWEIZ , WALLIS Samstag, 16. August 2008, 11:30 Uhr. Der Paketdienst klingelt. Seine Fracht mag den meisten Menschen etwas makaber vorkommen. Für den Geschäftsführer von Seven Summits ist es Alltag. Es ist kein normales Paket, das geliefert wird: Dieses hier enthält die Asche eines Verstorbenen. Pakete dieser Art finden den Weg zu Seven Summits, weil sich ein Angehöriger oder eventuell schon zu Lebzeiten der Verstorbene selbst für eine ganz besondere Art der Bestattung entschieden hat. Oft sind es Menschen mit vielseitigen Interessen, Spaß an Natur und Sport oder Menschen, die in ihrem Leben das Besondere wollten. Etwas Besonderes planen daher manche als Abschied für ihren letzten Weg. Abschied nehmen – etwas, das jedem Menschen weh tut, wovor sich jeder Mensch fürchtet. Die Beerdigung ist der letzte und somit der schwierigste und bedeutsamste Schritt für den endgültigen Abschied. Seit jeher gibt es Beerdigungsrituale, die den Angehörigen helfen, mit der Trauer umzugehen und die Endgültigkeit zu begreifen. Dabei sollte immer bedacht werden, dass Trauer um einen Menschen im Herzen und in der Seele stattfindet. Trotzdem benötigt das Andenken einen festen Platz. Nach dem Tod werden die Angehörigen mit der Frage konfrontiert, welche die richtige Grabstätte für den Verstorbenen ist. Soll es eine Erd- oder eine Feuerbestattung sein? Wie möchte der Verstorbene sich verabschieden, wie hat er gelebt, was liebte er, wo war er gerne? Und welche Erinnerungen sollen bleiben, beim Gedanken an den letzten gemeinsamen Weg? Die Absender des Pakets haben sich diese Fragen schon beantwortet. Sie haben sich zu einer Aschenausstreuung in den Schweizer Alpen entschlossen. Mit dem Paket im Auto machen wir uns daher auf den Weg in die Schweiz. Wir fahren durch den Lötschbergtunnel ins Wallis und dort über Visp und St. Niklaus nach Gasenried am Fuße der Mischabelgruppe. Dort ist auch der Treffpunkt mit den Angehörigen. Sie kommen mit, weil sie die Asche des Vaters gerne selbst ausstreuen und den Verstorbenen der Natur zurückgeben wollen, die ihm so viel bedeutet hat. Er hatte sich die Berge als letzten Ruheort gewünscht. Mehr als 20 Jahre ist er mit seiner Familie fast jedes Jahr zum Urlaub ins Wallis gefahren – sommers wie winters war er hier unterwegs. Die vierstündige stille Wanderung, die wir nun antreten, führt uns durch einen lichten Lärchenwald und über sanfte Almwiesen, auf denen im Frühsommer tausende von Alpenrosen blühen, bis zum Rand des beeindruckenden Riedgletschers. Schon allein die leichte, flache Gletscherüberquerung ist für alle Beteiligten ein Erlebnis. Danach steigt der Weg kurz und heftig steil an, bis wir bei der Bordierhütte auf 2886 müM ankommen. Nach einem gemeinsamen Abendessen und der Beobachtung der Steinböcke vor dem Haus, gehen wir früh zu Bett. Der nächste Tag bringt uns bei strahlendem Sonnenschein auf einer zweieinhalbstündigen zum Teil weglosen Wanderung auf das Gross Bigerhorn, unserem Ziel in 3626 m Höhe. In der Stille der hochalpinen Welt schütten zwei junge Frauen die Asche einer Urne in den Schnee über der Nordflanke. Ein bewegender Moment. Diese außergewöhnliche Art der Bestattung gefällt Menschen, die ihre letzte Ruhe nicht in einem Reihengrab finden wollen. Zu Erd- und Urnenbestattungen ist die Naturbestattung, wie sie Seven Summits anbietet, eine echte Alternative. Die Beisetzung in der Natur, auf dem Gipfel eines 5000ers, am Rande eines Gletschers oder in einem Wildbach ist oftmals passender als ein Grab auf einem Friedhof. Dies ist besonders dann der Fall, wenn es sich bei dem Verstorbenen um einen Bergsteiger, oder einen Outdoorbegeisterten handelt. Interessant ist diese Art der Bestattung auch für Menschen mit weniger Geld, denn Friedhofskosten können sich viele nicht leisten. Eine Naturbestattung ist sicherlich preisgünstiger als ein Urnengrab. Eine Bergbachbestattung zum Beispiel kostet zwischen 300,00 und 490,00 Euro: die Asche wird dazu in einem Bergbach, Wildbach oder einem Wasserfall verstreut. Viele Menschen scheuen sich aber auch vor der Grabpflege, die bei einer Almwiesen- oder Bergbachbestattung wegfällt. Somit bietet die Natur eine weitere Möglichkeit zu den klassischen Bestattungen auf den Friedhöfen. Mit Seven Summits, dem Spezialisten für Luft- und Bergbestattungen, sind Ruhestätten an den exklusivsten, außergewöhnlichsten und schönsten Plätzen der Welt möglich: Die Asche kann zum Beispiel am Gipfel oder Grat eines Berges in der Schweiz, vom Hubschrauber oder Flugzeug aus über einem Berg oder einer Region verstreut werden. Bergsteiger können die Asche beispielsweise auch an berühmten Routen ausstreuen. Ein Bergbach, Wildbach oder ein Wasserfall trägt die Überreste des Verstorbenen in den nächsten Fluss, von dort in Seen, größere Flüsse und zuletzt ins Meer. Die Gletscherbestattung auf einem Alpengletscher konserviert die Asche einige Zeit und sorgt auch für eine unvergessliche Ruhestätte. Wer es weiter weg liebt, findet vielleicht das Richtige für sich in der Inka Stadt Machu Picchu. Hier wird die Asche am heiligen Berg Huayna Picchu verstreut. Selbst eine Beisetzung im Lavastrom eines aktiven Vulkans ist möglich. Ein erfahrenes Team mit Einfühlungsvermögen und Ortskenntnis sorgt für einen individuellen Abschied an extremen oder erwanderbaren Zielen – die Wünsche der Kunden werden in jedem Fall respektiert. Das persönliche Dokument belegt detailliert die Bestattung und kann mit GPS-Koordinaten als Erinnerung oder für spätere Besuche versehen werden. Von der Zeremonie können auf Wunsch Bild- und Videoaufnahmen angefertigt werden. Den Angehörigen ist es möglich, an einer Bestattungstour auch mit Hüttenübernachtung in den Alpen teilzunehmen. So wird der Abschied von dem Verstorbenen auf spirituelle Weise unvergesslich. Die Asche kann von den Angehörigen selbst oder durch Seven Summits der Natur übergeben werden. Der letzte Ort der Ruhe sollte dem Wesen des Verstorbenen entsprechen. Es sollte ein Ort sein, wo die Zeit still steht, ein Ort, der Jahrtausende existiert und der sich doch ständig ändert. Für die Angehörigen sollte er ein Ort der Andacht sein. Es können einzigartige Plätze sein, wie der Mont Blanc, die Eiger-Nordwand, das Matterhorn, der Nordpol oder die Wüste Namib, Machu Picchu, oder ein einsames Bergtal, ein Wald oder eine Wiese, die erwandert und erstiegen oder per Hubschrauber erreicht werden. Die Natur behält ihr Antlitz, da es keine Kreuze, Grabsteine oder sonstige Kennzeichnungen gibt. Somit wird der natürliche Kreislauf nicht gestört. Das Grab besteht in der Erinnerung der Angehörigen, die dem Ort seine Bestimmung zuweisen. Viele Menschen machen sich keine Gedanken darüber, was nach ihrem Tode mit ihnen geschieht, andere haben letzte Wünsche, wo ihre Asche für die Ewigkeit sein soll. Dies sollte noch zu Lebzeiten mit den Angehörigen besprochen werden. Schon heute kann man seine Bestattungsart sowie den Ort der Bestattung selber festlegen. seven summits, August 2008 |
|